Plan & Realität: Warum Baselines und Soll-Werte wichtig sind

Um Ihre Wirkung feststellen zu können, die Ihr Projekt künftig erzielen wird, benötigen Sie Vergleichswerte aus der Vergangenheit. Wie hat sich die Situation dargestellt, bevor Sie sich engagiert haben?

Baselines

Baseline-Daten geben Aufschluss über die Ausgangssituation vor Beginn des Projekts. Ohne Baselines können Sie nicht feststellen, ob es Fortschritte gab und welche Wirkungen durch Ihr Projekt erzielt wurden. Eine Baseline bei PAFF wäre die allgemeine Übergangsquote derjenigen SchülerInnen, die nach der Schule in eine Ausbildung wechseln. Wichtig wäre, dass dieser Vergleichswert sich auf einen Zeitpunkt bezieht, der vor dem Projektstart liegt. Fehlen hierzu Daten, lässt sich hinterher kaum feststellen, welchen Erfolg PAFF tatsächlich hat. Im Idealfall werden Baselines ...
Generell gilt: Je länger das Projekt läuft, umso schwieriger wird es, Daten für eine Baseline zu bekommen. Wenn Ihnen zum Projektstart noch nicht alle Indikatoren bekannt waren und Sie nun im Nachhinein Vergleichsmöglichkeiten schaffen müssen, können Sie Teilnehmende fragen, wie diese ihre Situation vor Beginn der Maßnahme – also rückwirkend – einschätzen und wie sie sie jetzt bewerten. Beide Antworten halten Sie in einer Skala fest.
  • Was tun ohne Baseline?

    Gibt es bei Projektbeginn weder eine Baseline noch Erfahrungswerte, können Sie auch mit gefühlten Werten arbeiten, die Sie alsbald gegen reale Werte austauschen.
Diese rückwirkende Baseline kann gerade bei individuellen und eher soften OutcomeOutcomes sind die Wirkungen des Projekts auf Ebene der Zielgruppen. Sie gehören zum zentralen Bestandteil der Wirkungslogik und untergliedern sich in drei Stufen: Veränderungen im Wissen, in Einstellungen und in Fähigkeiten (Stufe 4); im Verhalten (Stufe 5) oder in der Lebenslage/dem Status der Zielgruppe (Stufe 6). Outcomes sehr aussagekräftig sein. Parallel oder anstelle können Sie auch beteiligte Dritte befragen (z.B. die Eltern der teilnehmenden Jugendlichen).
Illustration Kompassnadel
Ergeben sich Indikatoren erst während der Projektumsetzung, müssen Sie rückwirkend Informationen sammeln. Diese ergeben sich zum Beispiel aus alten Aufzeichnungen, Protokollen oder Situationsbeschreibungen von Personen, die bereits seit Projektstart dabei sind. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie überhaupt über Aufzeichnungen verfügen.
Ist all das nicht möglich, können Sie auch zu jedem späteren Zeitpunkt beginnen, nach Bezugspunkten zu suchen. Deren Aussagekraft ist dann aber natürlich begrenzt.
 

Soll-Werte

Ein Soll-Wert gibt Aufschluss über das, was erwartet wird bzw. ob ein Ziel erreicht wurde: Wann könnte man davon sprechen, dass ein Ziel erreicht wurde? Hat etwa PAFF sein Ziel erreicht, wenn alle Patenkinder einen Ausbildungsplatz gefunden haben? Oder reicht die Hälfte? Oder ein einzelner SchülerInnen? Im Idealfall sollten natürlich alle Jugendlichen einen Ausbildungsplatz finden. Aber das wäre lebensfremd. Genau deswegen sind Soll-Werte schwierig zu bestimmen: Einerseits sollen sie den Bedarf abbilden, der meist immens ist, andererseits sollen sie realistisch sein und motivieren.
  • Keine Angst vor Soll-Werten!

    Soll-Werte können sich während des Projektverlaufs ändern, das liegt in der Natur der Dinge. Weisen also die Daten darauf hin, dass Soll-Werte korrigiert werden müssen, dann tun Sie das! Soll-Werte sollen als positive Herausforderung dienen und motivieren. Das trifft insbesondere auf individuelle Soll-Werte zu, die Sie mit einzelnen ProjektteilnehmerInnen vereinbart haben, wie beispielsweise die geplante Notenverbesserung zum Ende des Schuljahrs.
Um machbare Soll-Werte zu erhalten, greifen Sie zurück auf ...