Arten von Indikatoren

Es gibt verschiedene Arten von Indikatoren:

Direkte und indirekte Indikatoren

Direkte Indikatoren lassen sich vor allem für zählbare Sachverhalte wie OutputsAngebote und Produkte eines Projekts sowie deren Nutzung durch die Zielgruppe. Outputs bilden die Grundlage dafür, dass ein Projekt Wirkung erzielt. Outputs und leicht messbare Wirkungen formulieren. Direkte Indikatoren ergeben sich oft unmittelbar aus den ZieleBeabsichtigte Wirkungen eines Projekts, die für Personen, Gruppen, Organisationen oder die Gesellschaft zu physischen, finanziellen, institutionellen, sozialen oder ökologischen Verbesserungen beitragen. Wirkungszielen.

Angenommen, eines Ihrer Wirkungsziele besteht darin, dass Jugendliche durch die Teilnahme an Ihrem Projekt einen Ausbildungsplatz bekommen. Woran würden Sie nun erkennen, ob das Projekt diese Wirkung erreicht? So simpel es auch scheint, aber der richtige Indikator wäre tatsächlich die "Anzahl der Jugendlichen, die nach Teilnahme an Ihrem Projekt einen Ausbildungsplatz bekommen haben".

Illustration Wal nach unten links

Doch nicht immer liegen Indikatoren unmittelbar auf der Hand, sondern ergeben sich erst nach längerem Herumdenken (was dazu führt, dass viele Sachverhalte auf den ersten Blick nicht überprüfbar erscheinen). In diesen Fällen kommen indirekte Indikatoren zum Einsatz.

Indirekte Indikatoren weisen nur mittelbar auf den zu beobachtenden Sachverhalt hin. Sie werden genutzt, wenn es nicht oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand möglich ist, Daten zum Sachverhalt zu erheben.

  • Indikatoren ableiten

    Ein klassisches Beispiel für die Nutzung eines indirekten Indikators ist die Erhebung der Bevölkerungszahl in einem großen und schwer zugänglichen, von Nomaden besiedelten Gebiet.

    Statt einer kaum durchführbaren Zählung "pro Kopf" könnte man sich dafür entscheiden, nachts über das Land zu fliegen und, als indirekten Indikator, die erleuchteten Feuerstellen zu zählen. Da aus anderen Untersuchungen bekannt ist, wie viele Personen sich in etwa um eine Feuerstelle herum gruppieren, lässt sich auf diese Weise die Bevölkerungszahl hinreichend genau bestimmen.

    Übersetzt heißt das: Wenn Sie beispielsweise wissen möchten, wie hoch die Anzahl der von Armut betroffenen Kinder in einem Stadtteil ist, wäre ein indirekter Indikator etwa die Anzahl der Kinder, die das Angebot eines kostenlosen Mittagessens nutzen.

Indirekte Indikatoren werden vor allem dann eingesetzt, wenn qualitative Sachverhalte beschrieben werden: veränderte Lebensumstände, veränderte Einstellungen, verändertes Verhalten.

Hieraus ergibt sich aber schon die nächste Schwierigkeit. Denn woran etwa würden Sie festmachen, ob ein Jugendlicher infolge einer Projektteilnahme selbstbewusster geworden ist? – Daran, dass er innerhalb der Gruppe öfter seine Meinung vertritt? Er mehr Sozialkontakte hat? Eine andere Körperhaltung zeigt? – In solchen Fällen brauchen Sie also eine Vielzahl an Indikatoren, am besten für jede Stufe der Wirkungstreppe einen.


 

Illustration Fischschwarm

Indikatoren für jede Stufe der Wirkungslogik

So, wie bei der Seereise Indikatoren notwendig sind, um festzustellen, ob die einzelnen (Etappen-) Ziele der Reise erreicht wurden, müssen auch für die verschiedenen Stufen der Wirkungslogik Indikatoren gebildet werden, um feststellen zu können, ob das Projekt auf dem richtigen Weg ist. Die Indikatoren entlang der Wirkungslogik sind damit quasi "Meilensteine" für die Steuerung Ihres Projekts.

Indikatoren können, entsprechend der Wirkungslogik, in Impact-, Outcome-, Output- und Input-Indikatoren unterschieden werden. Für die wirkungsorientierte Projektarbeit sind zusätzlich noch Indikatoren für die Qualität der Projektarbeit wichtig.

Wirkungstreppe 7
  • Wirkungsindikatoren

Ob und inwieweit Ihr Projekt Wirkung entfaltet, bestimmen Sie mittels Wirkungsindikatoren (Outcome- und Impact-Indikatoren). Um auch die kleinen Fortschritte aller Teilnehmenden nachvollziehen zu können, kommt es aber weniger darauf an, Indikatoren für langfristige Wirkungen zu formulieren, sondern auch für die Outcomes der Stufen 4 - 6.

  • Output-Indikatoren

Outputs sind zwar noch keine Wirkungen, aber sie sind Bedingung dafür, dass Wirkungen entstehen. Ohne Outputs keine Wirkung.

Inbesondere in der Anfangsphase eines Projekts kann es sein, dass Outputs die einzigen Dinge sind, die sich erheben lassen, da Wirkungen oftmals erst nach einiger Zeit zu ermitteln sind. Wenn Sie etwa zum Projektstart die Wirkungen Ihres Projekts noch gar nicht überprüfen können, sollten Sie wenigstens Aussagen über Ihre Outputs treffen können – das erfordert jedoch, dass Sie über die entsprechenden Output-Indikatoren verfügen.

  • Aber Achtung:

    Da Indikatoren auf Output-Ebene leicht zu finden sind, verleitet das gelegentlich dazu, auch im weiteren Projektverlauf vor allem Output-Indikatoren zu formulieren. Das sollten Sie unbedingt vermeiden!

  • Input-Indikatoren

Auch Input-Indikatoren sind relevant, da sie ...

Auskunft über die Ressourcen geben, die in das Projekt einfließen, und
Rückschlüsse über die Effizienz und die Effektivität eines Projektes zulassen.

Wenn Sie Inputs in Relation zu den Outputs und Wirkungen setzen, können Sie zentrale Fragen beantworten wie:

Mit wie viel Input wurden wie viele Outputs erbracht (= wie effizient arbeiten wir)?
Mit wie viel Input wurden welche Wirkungen erzielt (= wie effektiv arbeiten wir)?

 

Illustration Wal und Delphin 2

Indikatoren für das Qualitätsmanagement

Für die wirkungsorientierte Projektarbeit sind außerdem Indikatoren wichtig, die die Qualität der Projektarbeit erfassen.

Solche Standards können beispielsweise sein, dass Nachhilfestunden nur von LehrerInnen oder Lehramtsstudierenden der jeweiligen Fachrichtung durchgeführt werden oder dass Patinnen und Paten regelmäßig von einer ausgebildeten Supervisorin begleitet werden. Die Qualitätskriterien werden später während des MonitoringSystematisches und kontinuierliches Datensammeln während des Projektverlaufs. Ziel ist es, aktuelle Informationen für die Steuerung des Projekts zu erhalten. Monitorings mit der Realität abgeglichen.

Wie bei den Output-Indikatoren gilt auch hier: Wenn Sie ein Projekt umsetzen, bei dem sich Wirkungen schwer nachweisen lassen, sollten Sie versuchen, die Qualität Ihres Projekts mithilfe aussagekräftiger Indikatoren zu belegen.

Illustration Luftblasen

 

Indikatoren am Beispiel PAFF

PAFF hat folgende Indikatoren für jede Stufe der Wirkungslogik gefunden: