Die Wirkungslogik erstellen

Das Erstellen einer Wirkungslogik kann in zwei Richtungen erfolgen:

  • von den Impacts (Wirkungen) zu den Inputs (Ressourcen) und
  • von den Inputs (Ressourcen) zu den Impacts (Wirkungen).

Richtig ist, beide Vorgehensweisen zu nutzen.

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  • Um Ihr Projekt zu planen, gehen Sie den ersten Weg, also von den Impacts zu den Inputs – von hinten nach vorn.
  • Für den anschließenden Plausibilitätscheck ändern Sie die Richtung und gehen von den Inputs zu den Impacts – von vorn nach hinten.

 

Wirkungslogik

Wenn es Ihnen gelingt, beide Richtungen unfallfrei zuende zu laufen, besitzen Sie eine Wirkungslogik.

Unten auf der Site finden Sie eine PDF-Vorlage für Ihre Wirkungslogik.

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Schritt 1: Wirkungsorientiert planen – Von den Impacts
zu den Inputs

Beim Planungsprozess von den Impacts zu den Inputs erstellen Sie die Wirkungslogik von rechts nach links.

Bei jedem einzelnen Planungsschritt müssen Sie eine Antwort auf die Frage finden: Was muss getan werden bzw. was muss passieren, um die jeweilige Wirkung zu erreichen?

Ausgangspunkt bilden die Wirkungsziele auf gesellschaftlicher Ebene (Stufe 7) und die Wirkungsziele hinsichtlich der Lebenslage der Zielgruppe (Stufe 6). Beide haben Sie mithilfe des Lösungsbaums identifiziert.

Bezogen auf die einzelnen Schritte heißt das:

  1. Was muss passieren, um die Situation auf gesellschaftlicher Ebene zu verbessern?

Antwort: Die Lebenslage der einzelnen Individuen der Zielgruppen muss sich verändern.

PAFF: Was muss passieren, damit sich die Jugendarbeitslosigkeit im Stadtteil verringert? – Die Jugendlichen müssen u.a. einen Ausbildungsplatz finden.


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  1. Was muss passieren, damit sich an der Lebenslage der einzelnen Individuen der Zielgruppe etwas verändert?
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Antwort: Es muss sich etwas am Verhalten bzw. Handeln der einzelnen Individuen der Zielgruppe ändern.

PAFF: Was muss passieren, damit die Jugendlichen einen Ausbildungsplatz finden? – Die Jugendlichen müssen u.a. qualitativ hochwertige Bewerbungsunterlagen erstellen.


  1. Was muss passieren, damit sich am Verhalten/Handeln der einzelnen Individuen der Zielgruppe etwas verändert?

Antwort: Es muss sich etwas am Wissen bzw. an den Einstellungen der einzelnen Individuen der Zielgruppe ändern.

PAFF: Was muss passieren, damit die Jugendlichen qualitativ hochwertige Bewerbungsunterlagen erstellen? – Sie müssen wissen, wie man diese erstellt.


  1. Was muss passieren, damit sich etwas am Wissen bzw. an den Einstellungen der Individuen aus der Zielgruppe ändert?

Antwort: Die TeilnehmerInnen müssen mit dem Angebot zufrieden sein.

PAFF: Was muss passieren, damit die Jugendlichen wissen, wie man Bewerbungsunterlagen erstellt? – Sie müssen mit dem Bewerbungstraining, an dem sie teilgenommen haben, zufrieden sein.


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  1. Was ist die Voraussetzung dafür, dass die Mitglieder der Zielgruppe mit dem Angebot zufrieden sind?

Antwort: Sie müssen das Angebot nutzen.

PAFF: Was ist die Voraussetzung dafür, dass die Jugendlichen mit dem Bewerbungstraining zufrieden sind? – Sie müssen an dem Bewerbungstraining teilnehmen.


  1. Was ist die Voraussetzung dafür, dass das Angebot genutzt werden kann?

Antwort: Das Angebot muss zur Verfügung stehen.

PAFF: Was ist die Voraussetzung dafür, dass die Jugendlichen am Bewerbungstraining teilnehmen können? – Das Training muss angeboten werden.


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  1. Was sind die Voraussetzungen dafür, dass das Angebot zur Verfügung steht?
Illustration Möwe nach links
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Antwort: Es müssen ausreichend Ressourcen vorhanden sein, um die Leistungen anbieten zu können.

PAFF: Was sind die Voraussetzungen dafür, dass das Training angeboten werden kann? – Es müssen die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen dafür zur Verfügung stehen.


Beispiel Wirkungsziele

Für PAFF sehen die Wirkungsziele, die sich aus der Wirkungslogik ableiten, so aus:

  • Inputs

    Ressourcen

    Was wir investieren

    Stufe 0
    • hauptamtliche Projektleitung (20h/Woche)
    • 50 ehrenamtl. Paten (je 5h/Woche)
    • 4 Patenbetreuer (je 5h/Woche)
    • 45.000 €/Jahr
    • Raum im Gemeindezentrum
    • Laptop
    • 2 Schulen als Projektpartnerinnen
  • Outputs

    Leistungen

    Was wir tun und wen wir erreichen

    Stufe 1

    erbrachte Leistungen:

    • Patenschulungen, Supervision, Weiterbildungen
    • Workshops, Nachhilfe, Beratung, Bewerbungstrainings für SchülerInnen
    • Treffen mit Paten und SchülerInnen
    • Projektflyer, Leitfaden, Ratgeber für Berufseinsteiger
    Stufe 2

    Leistungen durch 50 SchülerInnen der beiden örtlichen Hauptschulen genutzt

    Stufe 3

    Die Jugendlichen sind mit dem Angebot zufrieden

  • Outcomes

    Wirkungen auf Ebene der Zielgruppe

    Was wir bei unserer Zielgruppe bewirken wollen

    Stufe 4

    Jugendliche haben ...

    • ihr Lernverhalten verbessert und Kenntnisse in Kernfächern vertieft
    • das erforderliche Know-how, um sich zu bewerben
    • notwendige Kompetenzen für einen erfolgreichen Berufseinstieg erworben
    • eine berufliche Perspektive
    Stufe 5

    Jugendliche ...

    • haben ihre schulischen Leistungen verbessert
    • haben bis Schuljahresende selbstständig ansprechende Bewerbungsunterlagen erarbeitet
    • können ein Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern
    Stufe 6

    Jugendliche haben ...

    • die Schule mit einem qualifizierten Abschluss verlassen
    • spätestens ein halbes Jahr nach Abschluss einen Ausbildungsplatz gefunden
    • ihren sozio-ökonomischen Status verbessert
  • Impact

    Wirkungen auf gesellschaftlicher Ebene

    Wozu wir auf gesellschaftlicher Ebene beitragen wollen

    Stufe 7

    PAFF trägt zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit im Stadtteil XY von Frankfurt/M. bei


Schritt 2: Plausibilitätscheck – von den Inputs
zu den Impacts

Beim Plausibilitätscheck wird die Wirkungslogik auf ihre Schlüssigkeit geprüft. Dazu gehen Sie die Abfolge von von links nach rechts durch. Schwerpunkt bilden die zwischen den einzelnen Schritten bestehenden Wenn-dann-Zusammenhänge.

  1. Wenn die notwendigen Ressourcen (Inputs) zur Verfügung stehen, dann können die geplanten Aktivitäten starten und die Angebote erstellt werden (Stufe 1).
  1. Wenn die Angebote und Produkte zur Verfügung stehen, dann können sie von der Zielgruppe genutzt werden (Stufe 2).
  1. Wenn die Angebote und Produkte genutzt werden, dann ist damit die Voraussetzung geschaffen, dass die Teilnehmenden zufrieden sind (Stufe 3).
  1. Wenn die die Teilnehmenden mit dem Angebot zufrieden sind, dann ist die Voraussetzung geschaffen, dass sich dadurch die erwünschten Veränderungen im Wissen und in den Einstellungen der Zielgruppe ergeben (Stufe 4).
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  1. Wenn sich in der Zielgruppe die erwünschten Veränderungen im Wissen und bei den Einstellungen ergeben, dann eröffnet das die Möglichkeit, dass sie anders handelt (Stufe 5).
  1. Wenn die Zielgruppe anders handelt, dann kann sich ihre Lebenslage ändern (Stufe 6).
  1. Wenn sich die Lebenslage der Teilnehmenden ändert, dann trägt dies dazu bei, dass sich Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene ergeben (Stufe 7).

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  • Checkliste Wirkungslogik